Anbau

Bei der Vielzahl der Kulturen auf unseren Flächen würde es jeden Rahmen sprengen, deren Anbau im Einzelnen zu erläutern. Wichtige Aspekte, die alle Kulturen betreffen, möchten wir Ihnen hier zusammenfassend schildern.

Fruchtfolge:
Darunter versteht man einen sinnvollen Wechsel der Kulturen auf einer Fläche von Jahr zu Jahr unter Berücksichtigung der erforderlichen Anbauabstände innerhalb einer Familie von Gewächsen. Zu Beginn einer jeden Fruchtfolge steht bei uns überjähriges Kleegras. Dieses dient der Fixierung von Stickstoff und der Unkrautbekämpfung und sorgt außerdem für eine Verbesserung der Bodenstruktur. Auf eine solche „mehrende“ Kultur folgen zehrende Kulturen (Gemüse, Getreide, Hackfrüchte). Dabei ist eine Fruchtfolge kein starres Konstrukt, sondern ist durchaus variabel. Besonderen Wert legen wir darauf, dass unsere Flächen im Jahresverlauf möglichst wenig brach liegen. Dies erreichen wir durch den konsequenten Anbau von Zwischenfrüchten.
Folgende Familien finden sich in unseren Fruchtfolgen: Asteraceae (Korbblütler), Brassicaceae (Kreuzblütler), Chenopodiaceae (Gänsefußgewächse), Curcurbitaceae (Kürbisgewächse), Fabaceae (Leguminosen), Liliaceae (Liliengewächse), Solanaceae (Nachtschattengewächse), Umbelliferae (Doldenblütler) sowie Poaceae (Süßgräser Getreide).

Bodenbearbeitung:
Hier spielt die altbekannte und altbewährte Technik des Pfluges eine wichtige Rolle. Der Einsatz ist insbesondere vor Gemüsekulturen von Bedeutung, da diese hohe Ansprüche an das Saatbeet stellen: Es sollte fein-krümelig und frei von Ernterückständen der Vorfrucht sein. Neben der Gewährleistung dieser Anforderungen erzielt man zudem einen lockeren Boden, der die Durchwurzelung fördert. Vor Getreide und Zwischenfrüchten verzichten wir so weit wie möglich auf den Pflug und grubbern stattdessen.

Saat- & Pflanztechnik:

  • Getreide und Zwischenfrüchte werden mit einer pneumatischen Sämaschine in Kombination mit einer Kreiselegge gesät.
  • Für Gemüsekulturen, die gesät werden, stehen pneumatische Einzelkornmaschinen für eine präzise Ablage des Saatgutes im Boden zur Verfügung.
  • Kohlgemüse und Sellerie werden mit einer Revolverpflanzmaschine von Lauwers gepflanzt.
  • Für Salat war die Anschaffung einer separaten Pflanzmaschine von Hortus erforderlich. Diese legt auf die Beete zunächst Mulchfolie und pflanzt in diese.
  • Schnittsalat und Feldsalat werden aufgrund des engen Pflanzabstandes weiterhin von Hand gepflanzt.

Unkrautbekämpfung:
Auch dabei spielt die Fruchtfolge eine wichtige Rolle, denn durch einen Wechsel von Sommerungen und Winterungen lässt sich die Ausbreitung von mit diesen Kulturen vergesellschafteten Unkräutern begrenzen.
Während der Vegetation werden Unkräuter mittels verschiedener maschineller Verfahren in Schach gehalten. Getreide, Kartoffeln, Sellerie und Kohl werden mehrmals gestriegelt. Bei Kartoffeln und diversen Gemüsearten, die auf Dämmen bzw. in Reihen angebaut werden, wird zudem maschinell gehackt. Zudem kommt eine Reihenfräse und ein Abflammgerät zum Einsatz.
Nicht wegzudenken ist das Hacken von Hand in den Reihen. Dies ist insbesondere bei Karotten, Rote-Beete, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Lauch erforderlich.

Ernte:
Frische-Gemüse wird täglich von Hand geerntet, Wurzelgemüse und Lauch mit einem sogenannten Klemmbandroder. Bei Kartoffeln und Zwiebeln kommt der Grimme-Vollernter mit Verlesetisch zum Einsatz, Getreide, Ackerbohnen und Erbsen werden im Mähdrusch von Lohnunternehmern aus der Region geerntet.

Lagerung:
Damit wir unseren Kunden bis in den Frühling Wurzelgemüse, Kartoffeln, Zwiebeln, Kraut und Kürbis anbieten können, lagern wir dieses im späten Herbst ein. Eine mehrmonatige Lagerung erfordert eine exakte Regulation der Kühlung und eine optimale Luftfeuchtigkeit. Zudem stellen die Kulturen unterschiedliche Anforderungen an die Lagerung. Daher haben wir verschiedene Kühlräume eingerichtet.
Kartoffeln bei 4 – 5°C und 95 – 98% rel. Luftfeuchte
Karotten/Pastinaken/Petersilienwurzel/Sellerie bei 0°C und 98% rel. Luftfeuchte
Rote Beete bei 3°C und 95 – 98% rel. Luftfeuchte
Kraut/Kohlgemüse bei 0,5°C und 90% rel. Luftfeuchte
Kürbis möglichst trocken bei 15 – 20°C
Zwiebeln möglichst trocken bei 1°C